Haftpflicht
Bedingt durch die Beitragsanpassungsmöglichkeiten der Allgemeinen Haftpflichtbedingungen und der konjunkturellen Entwicklung im Unternehmensgeschäft wird für 2011 ein um 2,5 % auf 7 Mrd. EUR gestiegenes Brutto-Beitragsvolumen im deutschen Haftpflichtmarkt bei stabiler Schadenquote erwartet. Die von der Bundesregierung eingeleitete Wende in der Energieversorgung bewirkte auch im Bereich der Haftpflichtversicherung eine verstärkte Nachfrage nach Deckungen für erneuerbare Energien.
Bei der Management-Haftpflicht (D&O) und der Vertrauensschaden-Versicherung für Finanzdienstleistungsinstitute (BBB) war im letzten Quartal 2011 ein spürbarer Rückgang von Kapazitäten im Markt zu verzeichnen. Versicherungsnehmer aus dem Bereich „kommerzielle Unternehmen“ profitierten dagegen weiterhin von hohen Kapazitäten zu günstigen Preisen und weiten Bedingungen. Der Schadenaufwand in der D&O-Versicherung resultierte in erster Linie aus früheren Zeichnungsjahren: Hier ist ein steter Anstieg insbesondere der Rechtsverteidigungskosten bei Schadenmeldungen im weiteren Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 zu beobachten.
Das fakultative industrielle Haftpflichtsegment zeigte ein ähnliches Bild: Das nicht-proportionale Geschäft wurde hier weitestgehend mit stabilen Preisen angeboten, unsere Position im Markt hielten wir nahezu konstant. Das Bruttoergebnis unseres Portefeuilles verbesserte sich und ist wieder sehr zufriedenstellend.
Im Geschäftsjahr 2011 konnten wir insgesamt unser deutsches Haftpflichtgeschäft ausbauen, wodurch sich der Anteil Deutschlands an unserer Haftpflichtsparte auf 52 % erhöhte (51 %). Zugleich wuchs durch die Expansion der Hannover Rück auch unser Auslandsgeschäft in Süd- und Nordamerika. Dagegen waren die Prämieneinnahmen aus Großbritannien und im restlichen Europa leicht rückläufig, ihre Anteile im Portefeuille verringerten sich daher um jeweils einen Prozentpunkt.
Die gebuchte Bruttoprämie unseres gesamten Haftpflicht-Portefeuilles erhöhte sich im Berichtsjahr um 5,9 % auf 393,6 Mio. EUR. Zugleich verbesserte sich nach den hohen Schäden des vergangenen Jahres die Schadenquote von 91,7 % auf 73,1 %, wodurch wieder ein versicherungstechnischer Gewinn von 14,4 Mio. EUR ausgewiesen wurde. Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen wurde ein Betrag von 58,0 Mio. EUR zugeführt (–10,9 Mio. EUR).
| Mio. EUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Gebuchte Bruttoprämie | 393,6 | 371,5 |
| Schadenquote (%) | 73,1 | 91,7 |
| Versicherungstechnisches Ergebnis (netto) | 14,4 | -51,5 |