Haftpflicht
Im deutschen Haftpflichtmarkt blieben die Bruttobeitragseinnahmen 2010 insgesamt stabil. Solide zeigten sich auch die Schadenquote und die kombinierte Schaden-/Kostenquote, für die auf Basis vorläufiger Zahlen Werte von 68 % bzw. 91 % erwartet werden. Ein Umsatzrückgang im gewerblichen und industriellen Bereich aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise ist somit entgegen ursprünglicher Prognosen nicht eingetreten.
In den vergangenen Jahren wurden die Deckungssummen – auch im Privatgeschäft – deutlich angehoben. Inzwischen zeigt sich im Schadentrend eine erste Auswirkung dahingehend, dass der durchschnittliche Schadenaufwand steigt. Weiterhin kritisch stellte sich die Situation in einigen Segmenten der Heilwesenhaftpflichtversicherung dar. Die Ausweitung der Schadenpositionen und Erhöhung der Entschädigungen haben binnen zehn Jahren in Einzelfällen zu einer Verachtfachung der Schadenbeträge geführt. In der Manager- Haftpflicht (D&O) waren anders als im Vorjahr keine Ratenerhöhungen für Finanzdienstleistungsunternehmen zu verzeichnen. Die Versicherungsnehmer profitierten somit von hohen Kapazitäten zu günstigen Preisen und Bedingungen. Besondere Schäden – von den genannten Einzelfällen abgesehen – waren für 2010 erfreulicherweise nicht zu vermelden.
Der fakultative industrielle Haftpflichtmarkt war im vergangenen Jahr außer in den Industriesegmenten Chemie und Pharma sehr umkämpft. Die Kapazitätsausstattung des deutschen Marktes ist unverändert sehr hoch. Daher rechnen wir kurzfristig nicht mit einer Stagnation des Ratenabriebs. Durch ihre wohlüberlegte Risikoselektion und disziplinierte Preisgestaltung hat die E+S Rück dennoch wieder ein gutes Ergebnis für das fakultative Haftpflichtgeschäft erreicht.
Infolge des weicheren Marktes und unserer selektiven Zeichnungspolitik reduzierte sich unser deutsches Geschäft im Berichtsjahr um 9 %, der Anteil Deutschlands an unserer Haftpflichtsparte sank dadurch von 55 % auf 51 %.
Durch die weitere Expansion der Hannover Rück wuchs auch das Auslandsgeschäft der Haftpflichtsparte der E+S Rück. Insbesondere die Prämieneinnahmen aus Großbritannien stiegen stark an, rückläufig waren sie dagegen im restlichen Europa und in Nordamerika. Dementsprechend erhöhte sich der Anteil Großbritanniens im Portefeuille kräftig von 5 % auf 11 %. In Mittel- und Südamerika wurde ebenfalls mehr Geschäft gezeichnet; deren Gewicht im gesamten Haftpflicht-Segment veränderte sich aufgrund der kleineren Volumina jedoch nur geringfügig.
Die gebuchte Bruttoprämie unseres gesamten Haftpflicht-Portefeuilles blieb im Berichtsjahr mit 371,5 Mio. EUR (368,8 Mio. EUR) nahezu unverändert, da der Anstieg des Auslandsgeschäfts den Rückgang in Deutschland überkompensierte. Der versicherungstechnische Verlust verminderte sich um 12,2 Mio. EUR auf
| Mio. EUR | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Bruttoprämie | 371,5 | 368,8 |
| Schadenquote (in %) | 91,7 | 96,5 |
| Vers.-techn. Ergebnis (netto) | -51,5 | -63,7 |