Content

Die Schaden-Rückversicherung

Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen einen Überblick über die Entstehung der Rückversicherung, deren Entwicklung bis heute ins 21. Jahrhundert. Weiter berichten wir über die Positionierung der E+S Rück in 2009.

Entstehung der Rückversicherung

Diese "ur-traditionelle" Rückversicherungsform findet ihre Anfänge im 14. Jahrhundert. Zur damaligen Zeit waren die Menschen im besonderen Maße abhängig von der Seefahrt, die sämtliche Güter und Nahrungsmittel über eine weite Entfernung zu den Handelsstätten beförderte. Zur Absicherung des Verlustes von Warenladungen, wurden Seeversicherungsverträge geschlossen. Der Erstversicherer, der die Ladung versicherte, gab den gefährlichen Teil der Strecke bei einem anderen Versicherer in Rückdeckung. Der erste nachweisliche Vertrag datierte vom 12.07.1370, wo eine Warenladung auf dem Seeweg von Genua nach Sluis versichert war. Dieser Vertrag wird als Geburtsort des Rückversicherungsgedankens angesehen.

Bis heute hat sich dieser Gedanke der Risikoaufteilung fortgeführt. Die damalige Versicherungsform hat auch heute noch Bestand und ist in der Sparte Transport angesiedelt. Über die Jahrhunderte kamen weitere Sparten hinzu, die rückversichert werden.

Heute, im 21. Jahrhundert, betreibt die E+S Rück im Bereich Schaden-Rückversicherung folgende Sparten: Feuer, Haftpflicht, Allgemeine Unfall, Kraftfahrt, Transport, Kredit, Kaution und sonstige Zweige (z.B. Rechtsschutz, VHV, VGV, Hagel, etc.); und zwar entweder auf der Basis des obligatorischen Vertragsgeschäftes oder im Wege der fakultativen (Einzelrisiko-) Rückversicherung.

Allgemeiner Überblick

Die E+S Rück, der Rückversicherer für Deutschland, nimmt hierzulande unverändert eine der führenden Positionen unter den Rückversicherern ein. Im weltweiten Kontext ist Deutschland nach wie vor der zweitgrößte Nichtlebens-Rückversicherungsmarkt. Das Fundament unseres Erfolges bilden unsere ausgeprägte Kundenorientierung und die langjährige Kontinuität in unseren Geschäftsbeziehungen. Im Berichtsjahr waren wir dank hervorragender Bonität wieder ein sehr gesuchter Partner und zeichneten 1.232,6 Mio. EUR Bruttoprämie in Deutschland

Unser internationales Geschäft aus dem internen Retrozessionsabkommen mit der weltweit tätigen Hannover Rück blieb 2009 sehr stabil. Innerhalb dieses Abkommens tauschen die E+S Rück und die Hannover Rück Geschäft aus und erreichen so eine breitere Risikostreuung und geografische Diversifizierung ihrer Portefeuilles. 1.325,5 Mio.EUR der E+S Rück-Bruttoprämie (51 %) stammten im Berichtsjahr aus dem Auslandsgeschäft.

Weiterhin stellen wir Ihnen unseren Service vor und weisen Sie auf unsere Seminare und Veranstaltungen hin. Wir wünschen Ihnen hierbei viel Spaß und freuen uns, wenn Sie uns unter dem Bereich Kontakte Ihre Anregungen zukommen lassen.

 

Entwicklungen im Markt 2009

Der Schaden-Erstversicherungsmarkt war im Jahr 2009 vor allem in Deutschland nach wie vor durch einen intensiven Wettbewerb gekennzeichnet – sowohl in der Industrie- als auch in der Privatversicherung; hier insbesondere in der für uns wichtigen Kraftfahrzeugsparte. Dagegen zeigten sich die Bedingungen im Rückversicherungsmarkt günstiger, wodurch die Raten und Konditionen überwiegend auskömmlich waren.

Die Position der E+S Rück

Die gebuchte Bruttoprämie der Schaden-Rückversicherung stieg 2009 um 196,9 Mio. EUR auf 1.477,9 Mio. EUR. Der erfreuliche Volumenzuwachs erfolgte insbesondere in den Sparten Haftpflicht, Feuer, Unfall, Kraftfahrt und Luftfahrt.

Marktbedingungen 2009

Für das Jahr 2009 verzeichnete die deutsche Versicherungswirtschaft insgesamt einen Anstieg des Prämienvolumens von 3,1 % auf 169,6 Mrd. EUR gegenüber dem Vorjahr (164,5 Mrd. EUR). Dieses Beitragswachstum erfolgte überwiegend in der Lebens- und Krankenversicherung. Das Bedürfnis der Bevölkerung nach Sicherheit hat diesen Bereich während der Finanzkrise weiter gestärkt.

Das Prämienvolumen der Personen-Rückversicherung blieb gegenüber dem Vorjahr fast konstant. Der geringe Rückgang des Lebensgeschäfts wurde durch einen Zuwachs der Krankenrückversicherung nahezu kompensiert. Die gebuchte Bruttoprämie beider Sparten sank 2009 um 0,4 % auf 1.080,2 Mio. EUR.

 

Prämienentwicklung - Schäden

In Summe stieg die gebuchte Bruttoprämie der E+S Rück 2009 um 8,2 % auf 2.558,1 Mio. EUR. Durch den starken Anstieg der Schaden-Rückversicherung verringerte sich der Anteil der Personen-Rückversicherung auf 42 %. Infolge unseres leicht erhöhten Selbstbehalts stieg die verdiente Nettoprämie stärker um 9,5 % auf 1.968,3 Mio. EUR (1.797,5 Mio. EUR).

Die Belastungen aus Großschäden fielen im Berichtsjahr auch wegen einer unauffälligen Hurrikansaison unterdurchschnittlich aus. Zwar gab es eine Reihe verheerender Katastrophen, die Auswirkungen auf die Rückversicherungswirtschaft blieben jedoch überwiegend gering. Das größte Einzelereignis im Jahr 2009 waren für uns Ende September die Überschwemmungen in Manila auf den Philippinen mit einer Netto-Schadenbelastung von 10,8 Mio. EUR, gefolgt vom Absturz des Air-France-Airbus mit 6,7 Mio. EUR Anfang Juni. Insgesamt belief sich die Netto-Großschadenbelastung im Jahr 2009 auf nur 35,4 Mio. EUR (112,9 Mio. EUR).

 

Entwicklung der Kapitalmärkte

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Stabilisierung der internationalen Kapitalmärkte erwirtschaftete die E+S Rück im Jahr 2009 wieder ein zufriedenstellendes Kapitalanlageergebnis von 289,9 Mio. EUR. Das Vorjahresresultat von 210,7 Mio. EUR war durch realisierte Verluste aus Aktienverkäufen belastet. Unsere Geschäftsausweitung führte zu einem hohen Zufluss neuer liquider Mittel, die wir im Berichtsjahr primär konservativ in Schuldscheinen anlegten. Die selbstverwalteten Kapitalanlagen erhöhten sich weiter auf 4,5 Mrd. EUR (4,3 Mrd. EUR).

Aufgrund des verminderten Ergebnisses aus der Versicherungstechnik reduzierte sich das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 2009 trotz des normalisierten Kapitalanlageergebnisses auf 132,3 Mio. EUR (148,3 Mio. EUR). Nach Steuern verblieb ein gestiegener Jahresüberschuss von 80,0 Mio. EUR (52,0 Mio. EUR). Da Verluste aus Aktien in Deutschland steuerlich nicht absetzbar sind, war die Steuerlast im Vorjahr noch deutlich höher als im Berichtsjahr. Unsere Garantiemittel stiegen während des Berichtsjahres kräftig um 603,1 Mio. EUR auf 8,0 Mrd. EUR. Vor allem die technischen Reserven wuchsen an, zudem erhöhte sich die Schwankungsrückstellung.