Die Schaden-Rückversicherung

Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen einen Überblick über die Entstehung der Rückversicherung, deren Entwicklung bis heute ins 21. Jahrhundert. Sie finden Informationen zum Markt und der aktuellen Situation der E+S Rück.

Entstehung der Rückversicherung

Diese "ur-traditionelle" Rückversicherungsform findet ihre Anfänge im 14. Jahrhundert. Zur damaligen Zeit waren die Menschen im besonderen Maße abhängig von der Seefahrt, die sämtliche Güter und Nahrungsmittel über eine weite Entfernung zu den Handelsstätten beförderte. Zur Absicherung des Verlustes von Warenladungen, wurden Seeversicherungsverträge geschlossen. Der Erstversicherer, der die Ladung versicherte, gab den gefährlichen Teil der Strecke bei einem anderen Versicherer in Rückdeckung. Der erste nachweisliche Vertrag datierte vom 12.07.1370, wo eine Warenladung auf dem Seeweg von Genua nach Sluis versichert war. Dieser Vertrag wird als Geburtsort des Rückversicherungsgedankens angesehen.

Bis heute hat sich dieser Gedanke der Risikoaufteilung fortgeführt. Die damalige Versicherungsform hat auch heute noch Bestand und ist in der Sparte Transport angesiedelt. Über die Jahrhunderte kamen weitere Sparten hinzu, die rückversichert werden.

Heute, im 21. Jahrhundert, betreibt die E+S Rück im Bereich Schaden-Rückversicherung folgende Sparten: Feuer, Haftpflicht, Allgemeine Unfall, Kraftfahrt, Transport, Kredit, Kaution und sonstige Zweige (z.B. Rechtsschutz, VHV, VGV, Hagel, etc.); und zwar entweder auf der Basis des obligatorischen Vertragsgeschäftes oder im Wege der fakultativen (Einzelrisiko-) Rückversicherung.

Entwicklungen im Markt 2013

Die Bruttoprämie in der deutschen Schaden- und Unfallversicherung ist nach Schätzungen der E+S Rück um rund 3 % angestiegen. Wesentlicher Wachstumstreiber ist wie auch in den beiden Vorjahren die Kraftfahrtversicherung, die im Jahr 2013 in allen Zweigen einen Prämienzuwachs verzeichnete. Aber auch die Prämien in der privaten Sachversicherung stiegen an. Bei den erweiterten Elementardeckungen erhöhte sich die Versicherungsdichte angesichts eines gestiegenen Gefährdungsbewusstseins gegenüber Naturgewalten. Aufgrund der hohen Belastung aus Naturkatastrophen wird sich die kombinierte Schaden- / Kostenquote für die deutsche Schaden- / Unfallversicherung gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtern.

Marktbedingungen 2013

Der deutsche Versicherungsmarkt steht weiterhin unter dem Einfluss der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen in Europa sowie der fortgesetzten Niedrigzinspolitik in den großen Wirtschaftsräumen. Angesichts des weiterhin herausfordernden Kapitalmarktumfelds kommt der Werterhaltung der Kapitalanlagen und der Stabilität der Rendite eine besonders hohe Bedeutung zu. Diese Entwicklung beeinflusst insbesondere die klassische Lebensversicherung sowie die langabwickelnden Haftpflichtsparten (Allgemeine Haftpflicht, Kraftfahrthaftpflicht). Gleichzeitig wächst der Bedarf nach Produkten, die auf dieses Marktumfeld ausgerichtet sind. Die Zinssituation schlug sich insgesamt auch auf die technische Preisfindung der Prämien im Erst- und Rückversicherungsmarkt nieder. So war eine hohe Underwriting-Disziplin notwendig, um weiter sinkende Investmenterträge ausgleichen zu können.

Das Jahr 2013 war insbesondere durch die hohe Schadenbelastung aus Naturkatastrophen gekennzeichnet. Nach Schätzungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben das Juni-Hochwasser, die Hagelstürme von Sommer bis Frühherbst sowie die Orkane „Christian“ und „Xaver“ im Oktober und Dezember die Versicherer knapp 7 Mrd. EUR gekostet. Der Großteil dieser Belastungen entfiel mit ca. 5,5 Mrd. EUR auf die Sachversicherung und weitere ca. 1,5 Mrd. EUR betrafen die Kraftfahrtversicherung. Angesichts der hohen Schadenbelastung stieg die Nachfrage nach Naturkatastrophen-Schadenexzedenten-Deckungen an. In dem stark betroffenen Kraftfahrtkasko- und Wohngebäudebereich kam es zu ansteigenden Preisen im Erstversicherungsgeschäft.

Allgemeiner Überblick

In Deutschland setzte sich die Expansion der gesamtwirtschaftlichen Leistung fort, die durch die Verschärfung der Schuldenkrise im Euroraum zeitweilig unterbrochen war. Der erwartete konjunkturelle Aufschwung blieb allerdings noch aus. Für 2013 ermittelte das Institut für Weltwirtschaft (IfW) ein Wachstum von 0,4 % (Vorjahr 0,7 %). Dabei wechseln jedoch die Antriebskräfte: Überwogen in der Erholungsphase nach der Finanz- und Wirtschaftskrise außenwirtschaftliche Impulse, so trat im vergangenen Jahr die Binnenwirtschaft in den Vordergrund. Eine niedrige Arbeitslosenquote, Verdienstzuwächse und ein niedriges Zinsniveau stützten den privaten Verbrauch und trieben den Wohnungsbau an. Demgegenüber entwickelte sich der Außenhandel 2013 schwächer: Bedingt durch eine vergleichsweise schwache Nachfrage aus dem Euroraum blieb der Zuwachs der deutschen Ausfuhr hinter dem des Welthandels zurück. Mit 41,78 Mio. Erwerbstätigen (+0,6 %) erreichte die Zahl der Beschäftigten im siebten Jahr in Folge einen Höchststand.

Die E+S Rück, der Rückversicherer für Deutschland, betreut innerhalb des Hannover Rück-Konzerns den deutschen Markt. Dank unseres guten Ratings sowie der Kontinuität unserer Geschäftsbeziehungen sind wir in unserem Heimatmarkt ein gefragter Partner. Die E+S Rück ist im deutschen Markt exzellent positioniert und einer der Marktführer im weltweit zweitgrößten Markt der Schaden-Rückversicherung. Darüber hinaus übernimmt die E+S Rück im Zuge der Risikodiversifizierung auch internationales Geschäft, welches sie aus der Zeichnungsgemeinschaft mit der Hannover Rück generiert.

Prämienentwicklung - Schäden

Das Prämienvolumen unseres deutschen Gesamtgeschäfts stieg im Jahr 2013 um 3,7 % auf 1.130,5 Mio. EUR (1.090,3 Mio. EUR). Demgegenüber ging das Prämienvolumen unseres internationalen Geschäfts um 1,3 % auf 1.599,7 Mio. EUR (1.620,9 Mio. EUR) zurück. Insgesamt führte das Wachstum unseres deutschen Geschäfts zu einem Anstieg der gebuchten Bruttoprämie um 19,0 Mio. EUR auf 2.730,2 Mio. EUR (2.711,2 Mio. EUR).

Die gebuchte Bruttoprämie der Schaden-Rückversicherung erhöhte sich 2013 um 2,6 % auf 1.748,1 Mio. EUR (1.703,2 Mio. EUR). Ihr Anteil am gesamten Prämienvolumen der E+S Rück stieg leicht auf 64 % (63 %). Die gebuchte Bruttoprämie der Personen-Rückversicherung in den Sparten Leben und Kranken sank um 2,6 % auf 982,1 Mio. EUR (1.008,0 Mio. EUR).

Die verdiente Nettoprämie der E+S Rück ging um 0,1 % zurück und lag mit 2.133,9 Mio. EUR (2.134,9 Mio. EUR) auf Vorjahresniveau. Der Selbstbehalt verringerte sich leicht von 79,3 % auf 79,0 %. Die Nettogroßschadenbelastung lag im Berichtsjahr aufgrund der hohen Belastung aus Naturkatastrophen im deutschen Markt mit 169,8 Mio. EUR signifikant über dem Vorjahreswert (77,5 Mio. EUR). Folglich stiegen auch die Nettoschadenaufwendungen für Versicherungsfälle um 8,1 % auf 1.931,6 Mio. EUR (1.787,0 Mio. EUR). Die Zuführung zur Nettodeckungsrückstellung stieg deutlich auf 159,5 Mio. EUR (69,8 Mio. EUR) an.

Die Schadenbelastung war im Berichtsjahr in unserem Heimatmarkt besonders hoch. Nach den schweren Überschwemmungen im Juni mit einem versicherten Schaden von rund 2 Mrd. EUR hatten die (Rück-)Versicherer innerhalb weniger Wochen durch starke Hagelereignisse Schäden in Höhe von rund 3 Mrd. EUR zu tragen. Grund für das immense Schadenausmaß waren die außergewöhnliche Größe der Hagelkörner und der Durchzug der Hagelstürme über dicht besiedeltes Gebiet. Von diesen Ereignissen waren insbesondere die Sachversicherung sowie die Kraftfahrtkaskoversicherung betroffen. Die Belastungen für die E+S Rück beliefen sich auf 16,4 Mio. EUR für die Überschwemmungen und 109,8 Mio. EUR für alle Hagelereignisse. Darüber hinaus war Deutschland von Stürmen betroffen; besonders das Sturmtief „Christian“ richtete hohe Schäden an. Insgesamt war somit im Berichtsjahr fast das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland von Naturkatastrophenereignissen betroffen. Für die E+S Rück ergab sich 2013 insgesamt eine Großschadenbelastung in Höhe von 169,8 Mio. EUR. Diese lag deutlich über dem Großschadenbudget von 98 Mio. EUR.

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb reduzierten sich um 1,7 % auf 499,0 Mio. EUR (507,8 Mio. EUR). Die Verwaltungskostenquote – das Verhältnis von Verwaltungskosten zur verdienten Nettoprämie – blieb nahezu unverändert bei 1,6 % (1,6 %).

Entwicklung der Kapitalmärkte

Bei der Entwicklung unserer Kapitalanlagen führten die beobachteten Zinsanstiege in unseren Hauptwährungsräumen zu einem Rückgang der Bewertungsreserven. Diese Entwicklung konnte jedoch durch die positiven versicherungstechnischen Mittelzuflüsse und Kapitalanlageerträge kompensiert werden wodurch unsere gesamten selbstverwalteten Kapitalanlagen im Jahresverlauf auf 5,8 Mrd. EUR (5,6 Mrd. EUR) anstiegen. Die Depotforderungen gegenüber Zedenten aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft verringerten sich leicht um 141,5 Mio. EUR auf 4,5 Mrd. EUR (4,6 Mrd. EUR).

Das insgesamt weiterhin niedrige Zinsniveau spiegelte sich in unseren Kapitalanlageerträgen wider. So lagen die ordentlichen Kapitalanlageerträge mit 284,1 Mio. EUR erwartungsgemäß unter dem Vorjahreswert (317,5 Mio. EUR). Auch das Realisationsergebnis ist mit 27,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (37,1 Mio. EUR) zurückgegangen. Bei gleichzeitig gestiegenen Abschreibungen liegt unser Kapitalanlageergebnis mit 273,2 Mio. EUR (343,7 Mio. EUR) deutlich unter dem sehr guten Ergebnis des Vorjahres.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit reduzierte sich deutlich von 221,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 106,8 Mio. EUR. Diese Entwicklung reflektiert sowohl das durch ein hohes Schadenaufkommen belastete versicherungstechnische Ergebnis als auch das durch ein niedriges Zinsumfeld gesunkene Kapitalanlageergebnis. Der Jahresüberschuss lag vor diesem Hintergrund mit 72,0 Mio. EUR deutlich unter dem Plan sowie dem Wert des Vorjahres (142,0 Mio. EUR).

Die Steuerlast ging gegenüber dem Vorjahr mit 34,8 Mio. EUR (79,9 Mio. EUR) annähernd proportional zum Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit zurück, die Steuerquote liegt mit 32,6 % im Rahmen der Erwartungen.

Unser Eigenkapital – ohne Einbeziehung des Bilanzgewinns – blieb mit 507,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr konstant. Unsere Garantiemittel – bestehend aus dem Eigenkapital ohne Bilanzgewinn, der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen sowie den versicherungstechnischen Nettorückstellungen – wuchsen im Verlauf des Berichtsjahres auf 9,3 Mrd. EUR (9,2 Mrd. EUR).

Die Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft blieben mit 1,2 Mrd. EUR nahezu unverändert (1,2 Mrd. EUR). Die Bilanzsumme der E+S Rück blieb nahezu unverändert bei 10,8 Mrd. EUR (10,8 Mrd. EUR).