Sonstige Zweige
Unter den Sonstigen Versicherungszweigen werden neben den Sparten Kredit und Kaution sowie Kranken die Sonstige Schadenversicherung und die Sonstige Sachversicherung ausgewiesen. Letztere beinhaltet die Zweige Extended Coverage, Verbundene Hausrat, Verbundene Wohngebäude, Einbruchdiebstahl und Raub, Leitungswasser, Sturm, Glas, Technische Versicherungen, Betriebsunterbrechung, Hagel und Tier. Die Sonstige Schadenversicherung umfasst die Zweige Rechtsschutz, Vertrauensschaden sowie Sonstige Vermögens- und Sachschaden.
Ihrer Bedeutung entsprechend konzentrieren wir uns bei der Kommentierung der Sonstigen Zweige auf die Kredit- und Kautionsversicherung (inklusive politischem Risiko), die Technischen Versicherungen, die Krankenversicherung sowie auf die Naturgefahrendeckungen der Zweige Verbundene Wohngebäude, Sturm und Hagel.
Die E+S Rück übernimmt ihr internationales Kredit- und Kautionsgeschäft ebenfalls aus der Zeichnungsgemeinschaft mit der Hannover Rück, welche in diesem Bereich zu den Marktführern gehört. Wie in den Vorjahren konzentrieren wir uns ausschließlich auf das traditionelle Kerngeschäft der Kredit und Kautionssparten.
Angesichts eines sich überwiegend abschwächenden Wirtschaftswachstums hat die Zahl der Insolvenzen wieder zugenommen. Waren vor zwei bis drei Jahren noch unterdurchschnittliche Schadenquoten zu verzeichnen, so stiegen diese im Originalgeschäft wieder auf ein zyklusübergreifend durchschnittliches Niveau an. Besonders spürbar war der Anstieg im Kautionsbereich, wo sich in vielen Ländern eine Marktkonsolidierung entweder aufgrund einer rückläufigen Ertragslage oder einer Marktüberhitzung abzeichnete. Im Segment des Politischen Risikos hingegen blieben die Schadensätze gegenüber dem Vorjahr unverändert stabil auf gutem Niveau.
In der Rückversicherung gab es angesichts der spürbaren Verbesserung der Schadensätze seit 2009 einen deutlichen Kapazitätsüberhang. Alle Gesellschaften, die in den Jahren 2009 und 2010 ihr Engagement reduziert hatten, sind in den Markt zurückgekehrt. Darüber hinaus kamen in den letzten zwei Jahren mehr als zehn neue Anbieter im Bereich der Kredit- und Kautionsrückversicherung hinzu.
Angesichts dieses Kapazitätsüberhangs hatte für uns eine weitere Ausweitung des Marktanteils keine Priorität. Wir haben im Kreditbereich unsere Position gehalten. Nur dort, wo unsere Margenerfordernisse erfüllt wurden, haben wir unser Geschäft maßvoll ausgebaut. In der Kautionsrückversicherung war es unser Ziel, bestehende Positionen zu halten. Im Vergleich zur Kreditsparte haben wir hier unser Volumen nicht weiter erhöht, sodass der Anteil der Kautionsrückversicherung an unserem Portefeuille von rund 42 % im Jahr 2008 auf 35 % im Jahr 2012 zurückgegangen ist. Im Bereich des Politischen Risikos haben wir im Berichtsjahr den moderaten Ausbau des Geschäfts fortgesetzt.
Schäden, die im Berichtsjahr zu verzeichnen waren, u. a. die Insolvenz einer großen Drogeriemarktkette in Deutschland, wirkten stabilisierend und minderten den Ratenabrieb. Es gab auch Anzeichen dafür, dass der Ratenverfall zumindest im Kreditgeschäft gestoppt ist. In einigen Ländern, wie Spanien, Italien oder auch in wirtschaftlich angespannten Industriezweigen zeichneten sich bereits Ratenerhöhungen ab.
Insgesamt sind wir mit der Entwicklung in der Kredit- und Kautionsrückversicherung und der Sparte Politisches Risiko zufrieden. Die Bruttoprämie in der Kredit- und Kautionsrückversicherung stieg um 5,5 % auf 111,1 Mio. EUR (105,2 Mio. EUR). Das versicherungstechnische Ergebnis sank durch die gestiegene Schadenquote im Kautionsbereich auf 2,1 Mio. EUR
Bei den Technischen Versicherungen zeigte sich im Geschäftsjahr mit einer erwarteten Schaden- / Kostenquote von unter 90 % wie auch im Vorjahr ein zufriedenstellendes Schadenbild. Die gebuchte Bruttoprämie der Technischen Versicherungen sank um 17,6 % auf 42,4 Mio. EUR (51,4 Mio. EUR), aufgrund der leicht verschlechterten Schadenquote sank auch das versicherungstechnische Ergebnis auf 5,1 Mio. EUR (5,5 Mio. EUR).
In der Sparte Krankenrückversicherung entfällt der überwiegende Teil unseres Geschäfts auf weltweite Akzepte unserer Mehrheitsaktionärin Hannover Rück, die über konzerninterne Abgaben an die E+S Rück retrozediert werden. Die Intensivierung der Geschäftsaktivitäten in diesem Segment hat dazu beigetragen, das Portefeuille entsprechend auszubauen. Ein Großteil des Geschäftszuwachses kommt aus Lateinamerika und Asien. Das US-amerikanische Krankengeschäft hat ebenfalls einen großen Anteil, hier liegt der Fokus traditionell auf privaten Zusatzkrankenversicherungen für Senioren. In Deutschland sind wir nach wie vor lediglich an wenigen Reisekrankenversicherungsportefeuilles beteiligt, die jedoch äußerst profitable Ergebnisse erwirtschaften.
Unsere erfolgreich verstärkten Anstrengungen in der Krankenrückversicherung im Berichtsjahr werden durch erfreuliche Bruttoprämieneinnahmen in Höhe von 78,0 Mio. EUR (43,2 Mio. EUR) widergespiegelt. Auch das versicherungstechnische Ergebnis wuchs um 4,0 % auf 3,7 Mio. EUR
In den Naturgefahrendeckungen war der Verlauf, bis auf markante Frostschäden zu Beginn des Jahres, unauffällig. Da die Leitungswasserversicherung, die Frostschäden deckt, nur gering rückversichert ist, blieben die Frostschäden überwiegend im Selbstbehalt der Erstversicherer. Das Preisniveau für Katastrophen-Rückversicherungen blieb weitgehend unverändert.
Im Geschäftsjahr 2012 konnte die kräftige Ausweitung der Sparte Kranken den Prämienrückgang bei den Technischen Versicherungen und der Rechtsschutzversicherung mehr als kompensieren. Auch die Sparten Sturm, Kredit und Kaution, Betriebsunterbrechung sowie die Sonstige Schadenversicherung zeigten ein erfreuliches Prämienwachstum. Die gebuchte Bruttoprämie aller Sonstigen Versicherungszweige nahm um 16,7 % auf
Die Schadenquote stieg im Berichtsjahr auf 75,1 % (69,8 %), das versicherungstechnische Ergebnis lag bei -9,3 Mio. EUR (0,2 Mio. EUR). Die Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen waren in den Sonstigen Zweigen um insgesamt 7,3 Mio. EUR zu verringern (+36,6 Mio. EUR).
| Mio. EUR | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Gebuchte Bruttoprämie | 486,3 | 416,8 |
| Schadenquote (%) | 75,1 | 69,8 |
| Versicherungstechnisches Ergebnis (netto) | -9,3 | 0,2 |