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Sonstige Zweige

Unter den Sonstigen Versicherungszweigen werden neben den Sparten Kredit und Kaution sowie Kranken die Sonstige Schadenversicherung und die Sonstige Sachversicherung ausgewiesen. Letztere beinhaltet die Zweige Extended Coverage, Verbundene Hausrat, Verbundene Wohngebäude, Einbruchdiebstahl und Raub, Leitungswasser, Sturm, Glas, Technische Versicherungen, Betriebsunterbrechung, Hagel und Tier. Die Sonstige Schadenversicherung umfasst die Zweige Rechtsschutz, Vertrauensschaden sowie Sonstige Vermögens- und Sachschaden.

Ihrer Bedeutung entsprechend konzentrieren wir uns bei der Kommentierung der Sonstigen Zweige auf die Kredit- und Kautionsversicherung, die Krankenversicherung sowie auf die Naturgefahrendeckungen der Zweige Verbundene Wohngebäude, Sturm und Hagel.

In der Kredit- und Kautionsversicherung hat sich die Situation nach einem schwierigen Vorjahr entspannt, und so sind wir insgesamt mit der Geschäftsentwicklung zufrieden. Die durch die Wirtschaftskrise stark angestiegenen Schadensätze in der Kreditversicherung erreichten Anfang 2010 ihren Höhepunkt. Ab Mitte des Berichtsjahrs bewegten sich die Schadensätze wieder auf Vor-Krisen-Niveau, teilweise sogar darunter. In den Sparten Kaution und Politisches Risiko lagen sie unverändert auf einem guten Niveau. Insbesondere die Kautionsergebnisse sind von der Krise praktisch unberührt geblieben.

Infolge der Wirtschaftskrise hatten viele Wettbewerber in den Jahren 2009 und 2010 ihr Engagement entweder stark begrenzt oder sich ganz aus dem Kreditgeschäft zurückgezogen. Die E+S Rück dagegen hat wie auch die Hannover Rück die Kapazitätsverknappung und die damit einhergehenden deutlichen Preiserhöhungen genutzt, um ihr Geschäft selektiv auszuweiten. Dies führte noch einmal zu einem Ausbau unserer Marktposition.

Im nichtproportionalen Bereich blieb unser Portefeuille nahezu schadenfrei. Beim proportionalen Geschäft zeigten sich die Schadensätze in der Sparte Kredit deutlich verbessert, und auch für die Bereiche Kaution und Politisches Risiko war die Schadensituation sehr erfreulich. Die Bruttoprämie in der Kredit- und Kautionsrückversicherung stieg deutlich um 9,8 % auf 100,5 Mio. EUR (91,6 Mio. EUR). Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich dank rückläufiger Schadenquote im Kreditbereich kräftig und fiel mit 4,1 Mio. EUR (–10,5 Mio. EUR) wieder positiv aus. Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen waren 27,0 Mio. EUR zuzuführen.

Das in der Sparte Krankenversicherungen gebuchte Geschäft besteht zum größten Teil aus Zessionen internationaler Akzepte der Hannover Rück aus den USA und Asien. Auf dem deutschen Markt werden kleinere Reisekrankenversicherungsportefeuilles rückversichert. In den USA engagieren wir uns im Bereich der privaten Zusatzversicherungen für Senioren („Medicare Supplement Business“), während wir in Asien auf selektiver Basis eigenständige Krankendeckungen zeichnen.

Durch die Kündigung eines großen US-amerikanischen Vertrags Ende 2009 haben sich unsere Bruttoprämieneinnahmen in der Sparte Kranken nach 97,3 Mio. EUR im Vorjahr auf 52,3 Mio. EUR reduziert. Infolge eines zufriedenstellenden Risikoverlaufs sowie der beginnenden Amortisation eines englischen Finanzierungsvertrags aus dem Vorjahr ergab sich ein technischer Gewinn von 3,6 Mio. EUR (–3,1 Mio. EUR).

Eine ungewöhnlich hohe Frequenz von Naturgefahrenereignissen brachte dem deutschen Markt 2010 eine der höchsten Schadenbelastungen der letzten 20 Jahre ein. Hierzu beigetragen hat auch die inzwischen auf circa 30 % gestiegene Versicherungsdichte bei den erweiterten Elementargefahren. Der Rückversicherungsmarkt war insbesondere bei unteren Schadenexzedenten-Layern sowie Jahresschadendeckungen betroffen.

Im Geschäftsjahr 2010 konnte die kräftige Ausweitung der Zweige Kredit, Kaution, Hagel und Technische Versicherungen das rückläufige Prämienvolumen der Krankensparte nicht kompensieren. Die gebuchte Bruttoprämie aller Sonstigen Versicherungszweige reduzierte sich infolgedessen auf 382,7 Mio. EUR (405,2 Mio. EUR). In der Betrachtung nach Ländern und Regionen wuchs insbesondere das Geschäftsvolumen in Europa, während der Anteil Nordamerikas bedingt durch die Sparte Kranken stark abnahm. Der leichte Rückgang in Mittel- und Südamerika wurde durch das Wachstum in Asien, Australien und Afrika kompensiert.

Die Schadenquote sank im Berichtsjahr aufgrund des verbesserten Verlaufs des Originalgeschäfts in der Kreditversicherung und infolge positiver Schadensabwicklungen auf 60,6 % (72,6 %), wodurch das versicherungstechnische Ergebnis auf erfreuliche 31,2 Mio. EUR (–3,2 Mio. EUR) anstieg. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen waren in den Sonstigen Zweigen um insgesamt 17,3 Mio. EUR zu erhöhen.

Mio. EUR 2010 2009
Bruttoprämie   382,7  405,2
Schadenquote (in %)    60,6    72,6
Vers.-techn. Ergebnis (netto)    31,2    -3,2