Zum achten Mal in Folge wird im Jahr 2017 der deutsche industrielle Feuer- / Sach-versicherungsmarkt mit einer kombinierten Schaden- / Kostenquote von über 100 % abschließen. Wie in den Vorjahren ist dies zum einen dem intensiven Wettbewerb in Verbindung mit hohen Kapazitäten seitens der Anbieter geschuldet, die einem notwendigen Prämienanstieg entgegenstehen. Zum anderen war das Jahr 2017 erneut durch die Frequenz an Großschäden und insbesondere durch sehr hohe Einzelschäden geprägt. So ereignete sich im Oktober 2017 erneut ein Großschaden in einem deutschen Chemiewerk, der signifikante Betriebsunterbrechungsdeckungen beanspruchte. Die kombinierte Schaden- / Kostenquote dürfte im Gesamtmarkt nicht unterhalb des Vorjahres liegen (120 %). Dies zeigt, dass die Prämien – trotz eines Anstiegs im unteren einstelligen Prozentbereich – weiterhin deutlich unter dem Bedarf lagen. Von den Schäden aus den Hurrikanen „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ in den USA und der Karibik waren auch deutsche Zedenten mit Geschäftsaktivitäten in den Vereinigten Staaten betroffen. Darüber hinaus sind auch im von der Hannover Rück anteilig übernommenen Feuergeschäft Naturkatastrophenschäden zu verzeichnen gewesen.

Unser Feuergeschäft in Deutschland ist im Berichtsjahr um 26,0 % auf 139,3 Mio. EUR angewachsen. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen durch einen neuen, großvolumigen Vertrag mit einem deutschen Kunden begründet. Zudem stieg das Geschäft im Bereich der strukturierten Rückversicherung weiter an. Davon abgesehen ist das  übrige deutsche Geschäft, unserer selektiven Zeichnungspolitik folgend, rückläufig. Das von der Hannover Rück übernommene ausländische Feuergeschäft stieg um 29,5 % und resultiert im Wesentlichen aus dem Wachstum in den nord- und lateinamerikanischen Märkten. Insgesamt ist der Anteil des deutschen Geschäftes an unserem Portefeuille mit 40,8 % (41,5 %) stabil geblieben.

Insgesamt stieg das Bruttoprämienvolumen in dieser Sparte um 28,1 % auf 340,8 Mio. EUR (266,1 Mio. EUR). Die Schadenquote lag mit 66,8 % (68,5 %) leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb sind im Wesentlichen aufgrund von Provisionen im Zusammenhang mit einem großvolumigen Vertrag im Bereich der strukturierten Rückversicherung deutlich gegenüber dem Vorjahr angestiegen.

Das versicherungstechnische Ergebnis vor Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen (netto) ging folglich um 4,6 Mio. EUR zurück und belief sich auf -12,8 Mio. EUR.

Vor allem, weil das schadenreiche Jahr 2001 aus dem 15-jährigen Betrachtungszeitraum entfallen ist, war der Schwankungsrückstellung und anderen Rückstellungen für diese Sparte ein Betrag von 143,0 Mio. EUR zu entnehmen. Im Vorjahr wurden 9,4 Mio. EUR zugeführt.

Kennzahlen der Sparte Feuer 2016-2017

Mio. EUR20172016
Gebuchte Bruttoprämie 340,8 266,1
Schadenquote (%) 66,8 68,5
Versicherungstechnisches Ergebnis (netto) -12,8 -8,2