Das Beitragsvolumen des deutschen Haftpflichtmarkts wird sich im Jahr 2020 auf 8,2 Mrd. EUR belaufen (+1,5 %). Rückläufige Lohn- und Umsatzsummen in manchen Branchen während der Covid-19-Krise haben im Geschäftsjahr somit keine Reduktion des Beitragsvolumens bewirkt. Die Anzahl der Verträge sowie der Schadenaufwand stiegen um 1,0 % bzw. 1,5 %.

Die Bundesregierung hat im Oktober 2020 den 1. Entwurf des Gesetzes zur Stärkung der Finanzmarktintegrität vorgelegt. Daraufhin hat am 16. Dezember 2020 das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (FISG) beschlossen. Das erklärte Ziel des Gesetzes ist die Stärkung des Vertrauens in den deutschen Finanzmarkt. Es ist Teil der Aufarbeitung der Insolvenz des Zahlungsdienstleisters Wirecard. Vorgesehen sind unter anderem eine Verschärfung der Haftung des Abschlussprüfers und des Aufsichtsrates sowie eine Heraufsetzung der Haftungshöchstgrenzen. Vor diesem Hintergrund ist für die  Vermögensschadenhaftpflicht von Wirtschaftsprüfern von einer detaillierten Risikoprüfung und Preisanpassungen auszugehen. Daneben zeichnet sich eine Pflichtversicherung für Vertragsärzte ab. Das Bundesgesundheitsministerium möchte als Voraussetzung für die Berufsausübung im Sozialgesetzbuch V eine Berufshaftpflichtversicherung festschreiben. Die Mindestversicherungssumme soll 3 Mio. EUR für Personen- und Sachschäden für jeden Versicherungsfall betragen. Die E+S Rück erwartet keine merklichen Auswirkungen auf die Rückversicherung von Arzthaftpflichtrisiken.

Der Gesetzgeber hatte die Insolvenzantragspflicht 2020 unter bestimmten Voraussetzungen ausgesetzt, wenn die Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung auf den Folgen der Covid-19-Pandemie beruht. Nach dem Auslaufen der Regelung wird mit einer erhöhten Anzahl von Insolvenzen gerechnet. Branchen mit hoher Beeinträchtigung aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie dürften dabei besonders betroffen sein. Vor diesem Hintergrund zeigt der D & O-Markt eine hohe Prämienstabilität. Daneben wurden Ausweitungen in den Bedingungen zurückgenommen. Die E+S Rück behält in diesem Segment ihr restriktives Underwriting bei.

Das Prämienvolumen im deutschen Geschäft stieg im Berichtszeitraum um 15,2 % auf 154,5 Mio. EUR (134,1 Mio. EUR). Das Prämienvolumen für das internationale Geschäft entwickelte sich ebenfalls positiv und nahm um 15,4 % zu. Der Anteil des deutschen Geschäftes an unserem Portefeuille verblieb mit 37,3 % (37,3 %) auf Vorjahresniveau.

Die gebuchte Bruttoprämie unseres gesamten Haftpflichtportefeuilles stieg im Berichtsjahr um 15,3 % auf 414,7 Mio. EUR (359,7 Mio. EUR).

Die Schadenquote erhöhte sich auf 58,4 % (56,0 %). Das versicherungstechnische Ergebnis vor Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen (netto) betrug im Jahr 2020 47,9 Mio. EUR (46,1 Mio.) EUR.

Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen wurde ein Betrag von 60,4 Mio. EUR (83,0 Mio. EUR) zugeführt.

Kennzahlen der Sparte Haftpflicht 2019-2020

Mio. EUR20202019
Gebuchte Bruttoprämie 414,7 359,7
Schadenquote (%) 58,4 56,0
Versicherungstechnisches Ergebnis (netto) 47,9 46,1