Vor dem Hintergrund der Beitragsanpassungsmöglichkeiten und der positiven konjunkturellen Lage wird für den deutschen Haftpflichtmarkt 2018 ein Anstieg des Bruttobeitragsvolumens um ca. 2 % auf rund 8 Mrd. EUR erwartet, wobei sich die Anzahl der Verträge um rund 1 %  erhöhen dürfte. Der Schadenaufwand wird ebenfalls um rund 1 % gegenüber dem Vorjahr ansteigen.

Am 25. Mai 2018 ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten. Diese Verordnung räumt Verbrauchern mehr Rechte ein und schafft für Unternehmen eine neue Haftungsgrundlage. Datenschutzverstöße können nach der neuen Verordnung weitreichendere Folgen haben als nach bisherigem Bundesdatenschutzgesetz. Als Voraussetzung ist ein Verstoß gegen die DSGVO in Form der Verletzung von Informations-, Lösch- und Benachrichtigungspflichten erforderlich. Auszugleichen sind die Kosten für vereitelte Vertragsabschlüsse, Rechtsverfolgung und gegebenenfalls für umfassende Gegendarstellungen zur Eindämmung von Reputationsverlusten. Mit der neuen Verordnung sind nun ausdrücklich immaterielle Schäden ersatzfähig. Nach gegenwärtigem Stand ist die befürchtete Klagewelle im Zusammenhang mit der Einführung der DSGVO ausgeblieben. Dennoch ist davon auszugehen, dass in Zukunft höhere Entschädigungsleistungen für Datenschutzverletzungen zugesprochen werden.

Darüber hinaus ist am 1. Juli 2018 das neue Pauschalreiserecht in nationales Recht umgesetzt worden. Für die Betriebshaftpflichtversicherung ist das neue Recht insofern von Relevanz, als Beherbergungsbetriebe nun z. B. durch das Angebot von Nebenleistungen wie Eintrittskarten oder Skipässen als Pauschalreiseveranstalter auftreten. Der Beherbergungsbetrieb haftet unter bestimmten Voraussetzungen auch für das Verschulden der externen Leistungsträger, da er als Vertragspartner des Reisenden auftritt. Insbesondere für größere Betriebe ergibt sich dadurch eine Ausweitung der Haftung. Die Risikoerfassung von Beherbergungsbetrieben fällt folglich detaillierter aus, um die erweiterten Anspruchsmöglichkeiten risikogerecht bewerten zu können.

Die im Markt zu beobachtenden Selbstbehaltserhöhungen konnten im Berichtsjahr nur teilweise durch eine selektive Ausweitung des Geschäftes der E+S Rück kompensiert werden. In der Krankenhaushaftpflicht sowie in der D & O-Versicherung bleiben wir – wie in den Vorjahren – restriktiv und sind gemessen an unserer Marktposition unterdurchschnittlich engagiert.

Daher ging das Prämienvolumen unseres deutschen Haftpflichtgeschäftes im Berichtszeitraum um 18,1 % auf 120,0 Mio. EUR zurück. Das Prämienvolumen für das internationale Geschäft nahm hingegen nur leicht um 2,9 % ab, wobei ein deutlicher Prämienrückgang in den USA nicht durch das Wachstum in Großbritannien und Spanien kompensiert werden konnte. Der Anteil des deutschen Geschäftes an unserem Portefeuille verringerte sich auf 39,3 % (43,4 %).

Die gebuchte Bruttoprämie unseres gesamten Haftpflichtportefeuilles sank im Berichtsjahr um 9,5 % auf 305,2 Mio. EUR. Die Schadenquote verschlechterte sich deutlich auf 80,8 % (42,6 %). Im Vorjahr hatte insbesondere die Abwicklung von Schadenreserven das versicherungstechnische Ergebnis positiv beeinflusst, das folglich im Jahr 2018 mit -27,8 Mio. EUR deutlich unterhalb des Vorjahres (84,2 Mio. EUR) lag.

Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen wurde ein Betrag von 3,9 Mio. EUR zugeführt, während im Vorjahr 1,5 Mio. EUR aufgelöst wurden.

Kennzahlen der Sparte Haftpflicht 2017-2018

Mio. EUR20182017
Gebuchte Bruttoprämie 305,2 337,1
Schadenquote (%) 80,8 42,6
Versicherungstechnisches Ergebnis (netto) -27,8 84,2