Die Prämieneinnahmen in der deutschen Kraftfahrtversicherung verzeichneten im Jahr 2021 ein leichtes Wachstum in Verbindung mit einer weiteren Zunahme der versicherten Fahrzeuge. In allen Sparten lag der Anstieg bei der Vertragsanzahl oberhalb des Prämienzuwachses, sodass ein  spürbarer Rückgang bei den Durchschnittsbeiträgen zu verzeichnen war. Die Schadenseite war weiterhin stark beeinflusst durch die reduzierte Mobilität. Entsprechend sank die Anzahl der Unfallschäden und lag deutlich unter dem Niveau des Jahres 2019 und noch einmal leicht unterhalb des  Niveaus von 2020. Der Schadenaufwand in der Kraftfahrzeugkaskoversicherung war geprägt durch eine überdurchschnittliche Belastung aus Unwetterereignissen im Juni und Juli, welche die Ergebnissituation signifikant eintrübten. Der weiterhin anhaltende Trend bei den Verteuerungen der  Ersatzteil- und Reparaturkosten wurde durch die vorgenannten Effekte erneut teilweise überlagert. In Summe ergab sich für den Kraftfahrt-Gesamtmarkt ein, im Vergleich zum Vorjahr, reduziertes positives versicherungstechnisches Ergebnis. 

Die Konditionen für unser Portefeuille in der Kraftfahrt-Rückversicherung blieben weitgehend stabil. Grundsätzlich erfolgten Anpassungen unter Berücksichtigung der kundenspezifischen Ertragssituation und der Entwicklungen in den jeweiligen Portefeuilles. Im Schadenexzedentenbereich war 
mit Blick auf die Kraftfahrzeughaftpflicht unter anderem die Zinssituation ein relevantes Element. Bei proportionalen Verträgen wurden verlaufsabhängig Provisionsanpassungen vorgenommen.

Das Bruttoprämienvolumen in unserem deutschen Kraftfahrtgeschäft ist leicht auf 427,1 Mio. EUR (422,7 Mio. EUR) gestiegen. Das internationale Geschäft stieg im Berichtsjahr um 12,1 % auf 219,2 Mio. EUR (195,5 Mio. EUR). Diese Entwicklung war im Wesentlichen durch Prämiensteigerungen in Großbritannien und Italien getrieben. Der Anteil des deutschen Geschäfts an unserem Portefeuille verringerte sich somit auf 66,0 % (68,4 %).

Insgesamt stiegen die Bruttoprämieneinnahmen in unserer Kraftfahrtsparte 2021 um 4,6 % auf 646,3 Mio. EUR (618,1 Mio. EUR). Die Schadenquote stieg auf 76,3 % (64,3 %). Das versicherungstechnische Ergebnis (netto) betrug -27,4 Mio. EUR (42,7 Mio. EUR).

Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen wurden 37,1 Mio. EUR entnommen, nachdem im Vorjahr 41,3 Mio. EUR zugeführt wurden. Die Veränderung dieser Position resultiert im Wesentlichen aus einer in 2021 abgeschlossenen Retrozession.

Kennzahlen der Sparte Kraftfahrt 2020-2021

Mio. EUR20212020
Gebuchte Bruttoprämie 646,3 618,1
Schadenquote (%) 76,3 64,3
Versicherungstechnisches Ergebnis (netto) -27,4 42,7