Unter den Sonstigen Versicherungszweigen werden die Sparten Kredit und Kaution, Kranken- und Sonstige Schadenversicherung sowie die Sonstige Sachversicherung ausgewiesen. Letztere beinhaltet die Zweige Extended Coverage, Verbundene Hausrat, Verbundene Wohngebäude, Einbruchdiebstahl und Raub, Leitungswasser, Sturm, Glas, Technische Versicherungen, Betriebsunterbrechung, Hagel und Tier. Die Sonstige Schadenversicherung umfasst die Zweige Rechtsschutz, Vertrauensschaden sowie Sonstige Vermögens- und Sachschäden. Ihrer Bedeutung entsprechend konzentrieren wir uns bei der Kommentierung der Sonstigen Zweige auf die Kredit- und Kautionsversicherung (inklusive Politischen Risikos), die Naturgefahrendeckungen mit den Zweigen Verbundene Wohngebäude, Sturm und Hagel sowie die Technischen Versicherungen.

Die E+S Rück übernimmt das Kredit- und Kautionsgeschäft vor allem über die Quotenabgabe der Hannover Rück, die in diesem Bereich zu den Marktführern gehört. In dieser Reportingkategorie nahm im Zuge der sich fortsetzenden wirtschaftlichen Abkühlung der Absicherungsbedarf zu, was dazu führte, dass im Erstversicherungsmarkt ein leichtes Wachstum zu verzeichnen war. Die Rückversicherungsabgaben blieben stabil. Die Schadenentwicklung war im Vergleich zu den Vorjahren durch eine leicht steigende Schadenfrequenz und moderat erhöhte Schadensummen im Einzelfall gekennzeichnet. Prominenter Schaden in diesem Bereich war die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook, der auch für unsere Gesellschaft zu einem Großschaden führte. Insgesamt zogen die Preise in der Erstversicherung und Rückversicherung leicht an.

Während das Kautionsgeschäft im Geschäftsjahr nahezu stabil blieb, konnten bestehende Kundenbeziehungen mit europäischen Versicherern im Kreditgeschäft ausgeweitet werden, sodass die Bruttoprämie insgesamt in der Kredit- und Kautionsrückversicherung auf 82,7 Mio. EUR (78,3 Mio. EUR) anstieg. Während das Kreditgeschäft eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von 94,1 % aufwies, verzeichnete das Kautionsgeschäft für 2019 einen Wert von 107,4 %.

Das weltweite Naturkatastrophengeschäft blieb auch im abgelaufenen Geschäftsjahr im Fokus der Erneuerungsverhandlungen. Immer noch prägten Überkapazitäten das Bild, obwohl die Rückversicherung von Naturkatastrophen mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr erneut zahlreiche Großschäden zu verzeichnen hatte. Diese Häufung von großen Schäden machte sich auch in den Bilanzen von Rückversicherern und Anbietern von Verbriefungen von Katastrophenrisiken bemerkbar. Das führte im Naturkatastrophengeschäft insgesamt zu Preiserhöhungen. Die stärksten Anpassungen waren erneut bei schadenbelasteten Programmen zu verzeichnen. Vor allem in Nordamerika, aber auch in anderen Teilbereichen war darüber hinaus eine generellere Stabilisierung der Preise zu beobachten. Neben Sturmschäden in Japan und in der  Karibik sowie den USA belastete ein Preisanstieg der Schäden aus dem Vorjahr, insbesondere für Taifun „Jebi“ und für Sturmschäden in Florida, die Branche.

In der Sparte Verbundene Wohngebäude nahmen die Prämieneinnahmen leicht zu. Die kombinierte Schaden- /Kostenquote stellte sich im Berichtsjahr auf 81,1 %.

Die Bruttoprämieneinnahmen in den Sparten Sturm und Hagel beliefen sich auf 103,1 Mio. EUR (106,1 Mio. EUR). Der deutliche Rückgang dabei in der Sparte Hagel, vor allem in Osteuropa, konnte von dem Wachstum in der Sparte Sturm etwas kompensiert werden. Sturmdeckungen wurden in unserem Portfolio vermehrt in Deutschland, den USA und Indien zur Verfügung gestellt. In der Sparte Sturm war ein deutlicher versicherungstechnischer Verlust zu verbuchen, der auch durch das positive Ergebnis in der Hagelsparte nicht kompensiert werden konnte.

In den Technischen Versicherungen stieg die gebuchte Bruttoprämie um 6,8 % auf 52,7 Mio. EUR (49,3 Mio. EUR) an. Die kombinierte Schaden- /Kostenquote sank im Berichtsjahr auf 95,5 %.

In Summe stieg die Bruttoprämie in den Sonstigen Versicherungszweigen um 11,7 % auf 518,4 Mio. EUR (464,2 Mio. EUR). Bei der Betrachtung nach Ländern und Regionen ist der Anteil des Geschäftsvolumens im restlichen Europa und in Großbritannien gestiegen, sodass das internationale  Geschäft insgesamt stärker gewachsen ist. Das deutsche  Geschäft blieb dagegen unverändert.

Die Schadenquote betrug im Berichtsjahr 66,5 % (66,0 %). Das versicherungstechnische Ergebnis lag bei -6,4 Mio. EUR (-5,7 Mio. EUR).

Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen waren in den Sonstigen Zweigen insgesamt 8,4 Mio. EUR (4,2 Mio. EUR) zuzuführen.

Kennzahlen Sparte Sonstige Zweige 2018-2019

Mio. EUR20192018
Gebuchte Bruttoprämie 518,4 464,2
Schadenquote (%) 66,5 66,0
Versicherungstechnisches Ergebnis (netto) -6,4 -5,7