Unter den Sonstigen Versicherungszweigen werden die Sparten Kredit und Kaution, Kranken- und Sonstige Schadenversicherung sowie die Sonstige Sachversicherung ausgewiesen. Letztere beinhaltet die Zweige Extended Coverage, Verbundene Hausrat, Verbundene Wohngebäude,  Einbruchdiebstahl und Raub, Leitungswasser, Sturm, Glas, Technische Versicherungen, Betriebsunterbrechung, Hagel und Tier. Die Sonstige Schadenversicherung umfasst die Zweige Rechtsschutz, Vertrauensschaden sowie Sonstige Vermögens- und Sachschäden. Ihrer Bedeutung entsprechend konzentrieren wir uns bei der Kommentierung der Sonstigen Zweige auf die Kredit- und Kautionsversicherung (inklusive politischen Risikos), die Naturgefahrendeckungen mit den Zweigen Verbundene Wohngebäude, Sturm und Hagel sowie die Technischen Versicherungen.

Die E+S Rück übernimmt das Kredit- und Kautionsgeschäft vor allem über die Quotenabgabe der Hannover Rück, die in diesem Bereich zu den Marktführern gehört.

In der Kredit- und Kautionsversicherung sowie im Bereich der politischen Risiken waren die Schadenquoten trotz der weltweiten wirtschaftlichen Herausforderungen rückläufig. Das ist das Ergebnis von vielfältigen staatlichen Unterstützungsprogrammen im fiskalischen und monetären Bereich, die  2020 begonnen und 2021 fortgesetzt wurden. Die darüber hinaus im Jahr 2020 eingeführten staatlichen Garantien zugunsten von überwiegend europäischem Kreditversicherungsgeschäft sind Ende Juni 2021 ausgelaufen. Allerdings wirken die schadenreduzierenden Effekte der Garantien noch einige Monate nach. Der Wegfall von Prämienzessionen an den Staat im Rahmen der gewährten Garantien per Ende Juni führte zusammen mit einer allgemeinen wirtschaftlichen Belebung zu einem sichtbaren Anstieg der Prämienvolumina. Dieser Trend wurde durch eine steigende  Nachfrage angesichts der anhaltenden Unsicherheiten im wirtschaftlichen Umfeld unterstützt. Die Preise in der Erst- und Rückversicherung konnten weitgehend das erhöhte Niveau halten.

Das zum Jahresende 2020 antizipierte Insolvenzgeschehen hat sich bislang nicht in nennenswertem Umfang materialisiert, sodass entsprechende Reserven zum Jahresende 2021 reduziert werden konnten, aber weiterhin ausreichend Reserven für Nachholeffekte bei Insolvenzen zur Verfügung stehen.

Die Bruttoprämie in der Kredit- und Kautionsrückversicherung stieg auf 84,9 Mio. EUR (78,6 Mio. EUR). Im Berichtszeitraum war eine positive Abwicklung von Vorjahresschäden kombiniert mit gutem Geschäftsverlauf im aktuellen Finanzjahr zu beobachten. Folglich wies das Kreditgeschäft eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von 89,8 % (125,9 %) auf und das Kautionsgeschäft von 67,3 % (99,8 %).

Im weltweiten Naturkatastrophengeschäft haben wir unsere gewinnorientierte Zeichnungspolitik fortgesetzt. Unser Risikoappetit für die Deckung von Naturkatastrophen ist im Verhältnis zum Prämienwachstum der Schadenrückversicherung unterproportional gestiegen.

Im Geschäftsjahr 2021 lagen die Großschäden erneut oberhalb unserer Erwartungen. Beim Großschadenaufwand waren vor allem im dritten Quartal hohe Belastungen aus der Flutkatastrophe infolge von Tiefdruckgebiet „Bernd“ in Europa und Sturmschäden in den USA, aber auch Schäden durch Unruhen in Südafrika zu verzeichnen. Das führte im Naturkatastrophengeschäft insgesamt zu Preiserhöhungen. Die stärksten Anpassungen waren erneut bei schadenbelasteten Programmen zu verzeichnen.

Die Bruttoprämieneinnahmen in den Sparten Sturm und Hagel stiegen auf 153,3 Mio. EUR (130,5 Mio. EUR). Hier wurde sowohl mehr Sturm- als auch Hagel-Deckung nachgefragt.

In der Sparte Verbundene Wohngebäude stiegen die Prämieneinnahmen auf 91,5 Mio. EUR (77,4 Mio. EUR). Die Schadenquote stieg im Berichtsjahr auf 91,8 % (50,5 %). Der Anstieg begründet sich im Wesentlichen durch die Schäden infolge des Tiefdruckgebietes „Bernd“ im deutschen  Geschäft.

In der Sparte Betriebsunterbrechung sank die gebuchte Bruttoprämie deutlich auf 84,4 Mio. EUR (144,6 Mio. EUR). Wesentlicher Grund hierfür war eine Umgliederung zwischen den Sparten Feuer und Feuer-Betriebsunterbrechung im Vorjahr.

In Summe stieg die Bruttoprämie in den Sonstigen Versicherungszweigen um 5,8 % auf 706,8 Mio. EUR (668,1 Mio. EUR). Die Schadenquote in den Sonstigen Versicherungszweigen sank im Berichtsjahr auf 72,4 % (86,3 %). Das versicherungstechnische Ergebnis lag bei -37,9 Mio. EUR (-117,7 Mio. EUR). Diese Verbesserung begründet sich im Wesentlichen durch die Belastung aus der Covid-19-Pandemie im Vorjahr.

Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen wurden im Berichtsjahr in den Sonstigen Zweigen insgesamt 20,4 Mio. EUR zugeführt, nachdem im Vorjahr 6,4 Mio. EUR entnommen wurden.

Kennzahlen Sparte Sonstige Zweige 2020-2021

Mio. EUR20212020
Gebuchte Bruttoprämie 706,8 668,1
Schadenquote (%) 72,4 86,3
Versicherungstechnisches Ergebnis (netto) -37,9 -117,7