Unter den Sonstigen Versicherungszweigen werden neben den Sparten Kredit und Kaution sowie Kranken-, die Sonstige Schadenversicherung und die Sonstige Sachversicherung ausgewiesen. Letztere beinhaltet die Zweige Extended Coverage, Verbundene Hausrat, Verbundene Wohngebäude, Einbruchdiebstahl und Raub, Leitungswasser, Sturm, Glas, Technische Versicherungen, Betriebsunterbrechung, Hagel und Tier. Die Sonstige Schadenversicherung umfasst die Zweige Rechtsschutz, Vertrauensschaden sowie Sonstige Vermögens- und Sachschaden. Ihrer Bedeutung entsprechend konzentrieren wir uns bei der Kommentierung der Sonstigen Zweige auf die Kredit- und Kautionsversicherung (inklusive Politischem Risiko), die Naturgefahrendeckungen mit den Zweigen Verbundene Wohngebäude, Sturm und Hagel sowie die Technischen Versicherungen.

Die E+S Rück übernimmt das Kredit- und Kautionsgeschäft vor allem über die Quotenabgabe der Hannover Rück, welche in diesem Bereich zu den Marktführern gehört.

Trotz der guten weltwirtschaftlichen Entwicklung 2017 zeigte der internationale Erstversicherungsmarkt nur eine schwache Belebung. Die Rückversicherungsabgaben stiegen hingegen leicht an. Dies galt besonders für die Sparten Kredit- und Politische Risiken; im Bereich Kaution blieben sie stabil. Den überwiegenden Teil des Geschäftes zeichnen wir über proportionale Verträge. Im Geschäftsjahr konnten neue Kunden hinzugewonnen werden, sodass das Portefeuille weiter diversifiziert wurde. Angesichts der konjunkturellen Entwicklung und des wettbewerbsintensiven Marktes entwickelte sich die Bruttoprämie mit 72,3 Mio. EUR (73,9 Mio. EUR) in der Kredit- und Kautionsrückversicherung leicht rückläufig.

Das versicherungstechnische Ergebnis lag bei -6,6 Mio. EUR (-14,1 Mio. EUR). Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen wurden 2,1 Mio. EUR entnommen (-2,7 Mio. EUR).

Das weltweite Naturkatastrophengeschäft war im Geschäftsjahr unverändert von einem Überangebot an Rückversicherungskapazitäten gekennzeichnet. Angesichts dessen und aufgrund der weiter gestiegenen Kapazitäten aus dem Markt für Katastrophenanleihen (ILS) war nach wie vor ein intensiver Wettbewerb zu beobachten. Trotz rückläufiger Ergebnisse vieler Rückversicherer im ersten Quartal kam es bei den Erneuerungen zum 1. Juli 2017 nicht zu der erhofften Trendwende bei den Raten. Schadenseitig sind vor allem Schäden im internationalen Geschäft zu nennen: Im ersten Halbjahr waren dies Taifun „Debbie“ in Australien und einige Tornados in den USA, in der zweiten Jahreshälfte ein hohes Naturkatastrophenaufkommen aus der Hurrikan-Saison in den USA und der Karibik. Die Hurrikane „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ brachten eine außerordentlich hohe Schadenbelastung für die Versicherungswirtschaft mit sich. Darüber hinaus führten auch die zwei schweren Erdbeben in Mexiko sowie die Waldbrände in Kalifornien zu einem erheblichen Schadenaufkommen. Vor diesem Hintergrund haben wir deutliche Ratensteigerungen für die Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2018 erzielen können, und zwar nicht nur für schadenbetroffene Programme.

In der Sparte Verbundene Wohngebäude waren die Prämieneinnahmen nahezu unverändert; auch die kombinierte Schaden- / Kostenquote lag im Berichtsjahr erneut unter 100 %. Dagegen waren die Sparten Sturm und Hagel infolge der selektiven Zeichnungspolitik um 6,4 % auf 105,3 Mio. EUR rückläufig; infolge des gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Schadenaufwandes war in beiden Sparten kein positives versicherungstechnisches Ergebnis erzielt worden.

In den Technischen Versicherungen stieg die gebuchte Bruttoprämie um 17,9 % auf 47,7 Mio. EUR (40,5 Mio. EUR) an. Die Schadenquote erhöhte sich auf 64,2 % (51,4 %); das versicherungstechnische Ergebnis sank dementsprechend auf 2,0 Mio. EUR (7,6 Mio. EUR).

In Summe ging die Bruttoprämie in den Sonstigen Versicherungszweigen leicht zurück, um 2,8 % auf 434,4 Mio. EUR (446,7 Mio. EUR). Bei der Betrachtung nach Ländern und Regionen ist der Anteil des Geschäftsvolumens in Deutschland leicht auf 45,3 % (38,4 %) angestiegen. Dies reflektiert sowohl den Anstieg des Prämienvolumens im deutschen Geschäft als auch den Rückgang des internationalen Geschäftes, vor allem in den USA und in Asien.

Die Schadenquote stieg im Berichtsjahr von 70,2 % auf 77,7 % an; das versicherungstechnische Ergebnis lag bei -37,9 Mio. EUR (-15,7 Mio. EUR) an. Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen waren in den Sonstigen Zweigen insgesamt 10,8 Mio. EUR (1,5 Mio. EUR) zu entnehmen.

Kennzahlen Sparte Sonstige Zweige 2016-2017

Mio. EUR20172016
Gebuchte Bruttoprämie 434,4 446,7
Schadenquote (%) 77,7 70,2
Versicherungstechnisches Ergebnis (netto) -37,9 -15,7