Unter den Sonstigen Versicherungszweigen werden die Sparten Kredit und Kaution, Kranken- und Sonstige Schadenversicherung sowie die Sonstige Sachversicherung ausgewiesen. Letztere beinhaltet die Zweige Extended Coverage, Verbundene Hausrat, Verbundene Wohngebäude, Einbruchdiebstahl und Raub, Leitungswasser, Sturm, Glas, Technische Versicherungen, Betriebsunterbrechung, Hagel und Tier. Die Sonstige Schadenversicherung umfasst die Zweige Rechtsschutz, Vertrauensschaden sowie Sonstige Vermögens- und Sachschaden. Ihrer Bedeutung entsprechend konzentrieren wir uns bei der Kommentierung der Sonstigen Zweige auf die Kredit- und Kautionsversicherung (inklusive Politischen Risikos), die Naturgefahrendeckungen mit den Zweigen Verbundene Wohngebäude, Sturm und Hagel sowie die Technischen Versicherungen.

Die E+S Rück übernimmt das Kredit- und Kautionsgeschäft vor allem über die Quotenabgabe der Hannover Rück, die in diesem Bereich zu den Marktführern gehört. Das Wachstum im weltweiten Erstversicherungsmarkt zog von niedrigem Niveau kommend leicht an. Die  Rückversicherungsabgaben blieben hingegen im Vergleich zu den Vorjahren überwiegend stabil. Die Schadenentwicklung war im Vergleich zu den Vorjahren durch eine stabile Schadenfrequenz und ähnliche Schadensummen im Einzelfall gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund zeigten sich die Preise und Konditionen sowohl in der Erst- als auch in der Rückversicherung vorwiegend stabil. Im Geschäftsjahr konnten bestehende Kundenbeziehungen ausgeweitet sowie neue Kunden akquiriert werden, sodass das Portefeuille weiter diversifiziert wurde und die Bruttoprämie in der Kredit- und Kautionsrückversicherung auf 78,3 Mio. EUR (72,3 Mio. EUR) anstieg. Das versicherungstechnische Ergebnis lag bei -4,0 Mio. EUR (-6,6 Mio. EUR). Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen wurden 4,3 Mio. EUR entnommen (-2,1 Mio. EUR).

Das weltweite Naturkatastrophengeschäft blieb nach den historisch hohen Sturmschäden des Jahres 2017 auch im abgelaufenen Geschäftsjahr im Fokus der Erneuerungsverhandlungen. Ein unverändertes Überangebot an Kapazitäten und weiterhin hohe Kapitalzuflüsse aus dem Markt für die Verbriefung von Katastrophenrisiken prägten das Bild. Dies führte im Durchschnitt nur zu einer leichten Erhöhung der Preise. Bei schadenbelasteten Programmen fielen die Ratensteigerungen höher aus, blieben aber unter den Erwartungen des Marktes. In Florida etwa ergaben sich bei schadenbetroffenen Programmen Steigerungen von rund 20 %. Zudem sahen einzelne von Waldbränden und Schlammlawinen in Kalifornien betroffene Programme im Verlauf des Geschäftsjahres Ratenerhöhungen von bis zu 30 %. Von staatlichen Programmen zur Absicherung von Flutrisiken stellen wir eine steigende Nachfrage nach Rückversicherungsdeckungen fest. Bei adäquaten Preisen wären wir ein Kapazitätsgeber für solche Deckungen.

Während unsere Zahlungen für Großschäden in der ersten Jahreshälfte unterhalb unserer Erwartungswerte blieben, verlief das zweite Halbjahr für die gesamte Versicherungsbranche deutlich ereignisreicher. Neben Schäden aus Taifunen in Japan, Wirbelstürmen in den USA und Waldbränden in Kalifornien belastete eine Verteuerung der Schäden aus dem Vorjahr, insbesondere für Hurrikan Irma, branchenweit die Ergebnisse. Nachdem in Kalifornien im zweiten Jahr in Folge verheerende Waldbrände auftraten, dürfte die Deckung für entsprechende Risiken weiter in den Fokus rücken.

In der Sparte Verbundene Wohngebäude waren die Prämieneinnahmen mit -6,0 % rückläufig. Die kombinierte Schaden- / Kostenquote verschlechterte sich im Berichtsjahr, lag jedoch erneut unter 100 %.

Die Bruttoprämieneinnahmen in den Sparten Sturm und Hagel waren nahezu stabil bei 106,1 Mio. EUR (105,3 Mio. EUR), wobei der leichte Rückgang in der Sparte Hagel durch das Wachstum in der Sparte Sturm kompensiert wurde. Trotz des gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Schadenaufwandes war in der Sparte Sturm ein deutlicher versicherungstechnischer Verlust zu verbuchen, der auch durch das positive Ergebnis in der Sparte Hagel nicht kompensiert werden konnte.

In den Technischen Versicherungen stieg die gebuchte Bruttoprämie um 3,5 % auf 49,3 Mio. EUR (47,7 Mio. EUR) an. Aufgrund der gestiegenen Schadenaufwendungen stieg die kombinierte Schaden- / Kostenquote im Berichtsjahr auf über 100 % an.

In Summe stieg die Bruttoprämie in den Sonstigen Versicherungszweigen um 6,9 % auf 464,2 Mio. EUR (434,4 Mio. EUR). Bei der Betrachtung nach Ländern und Regionen ist der Anteil des Geschäftsvolumens in Deutschland leicht auf 43,2 % (45,3 %) gesunken, da das internationale Geschäft insbesondere in den USA und Großbritannien deutlich gewachsen ist. Das deutsche Geschäft verzeichnete demgegenüber nur einen leichten Anstieg. Die Schadenquote ging im Berichtsjahr von 77,7 % auf 66,0 % zurück. Das versicherungstechnische Ergebnis lag bei -5,7 Mio. EUR (-37,9 Mio. EUR).

Der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen waren in den Sonstigen Zweigen insgesamt 4,2 Mio. EUR zuzuführen, während im Vorjahr 10,8 Mio. EUR aufgelöst wurden.

Kennzahlen Sparte Sonstige Zweige 2017-2018

Mio. EUR20182017
Gebuchte Bruttoprämie 464,2 434,4
Schadenquote (%) 66,0 77,7
Versicherungstechnisches Ergebnis (netto) -5,7 -37,9