E+S Rück erwartet weiterhin hohe Nachfrage nach hochwertigem Rückversicherungsschutz im deutschen Markt
- Risiken steigen trotz zuletzt moderater Naturkatastrophenschadenbelastung
- Kraftfahrt stabilisiert sich, Ergebnisdruck durch Schadeninflation bleibt bestehen
- Wettbewerb in der Industriellen Sachversicherung nimmt zu
- Insurance-Linked Securities (ILS) bieten zusätzliche Kapitalmarktkapazitäten
- Insgesamt stabiles Marktumfeld bei wachsenden Kapazitäten und zunehmendem Wettbewerb erwartet
Baden-Baden, 19. Oktober 2026: Die E+S Rückversicherung AG, die für deutsche Schaden-Rückversicherungsgeschäft zuständige Tochtergesellschaft der Hannover Rück, erwartet für die kommenden Erneuerungsrunden weiterhin eine hohe Nachfrage. Trotz einer moderaten Naturkatastrophenbelastung in den vergangenen Jahren steigen die zugrunde liegenden Risiken weiter. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb in einzelnen Marktsegmenten zu.
Die moderaten Naturkatastrophenschäden der vergangenen Jahre dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Risikoumfeld weiterhin anspruchsvoll und von hoher Unsicherheit geprägt bleibt. Naturgefahren, Inflation, Cyberrisiken und geopolitische Unsicherheiten erhöhen die Schadenpotenziale und stellen Versicherer und Rückversicherer vor zunehmend komplexe Herausforderungen. Gleichzeitig haben viele Erstversicherer ihre Ergebnis- und Kapitalsituation deutlich gestärkt. Das schafft Stabilität und bildet eine gute Grundlage für die kommenden Erneuerungen. Angesichts zunehmenden Wettbewerbs in einzelnen Segmenten bleiben eine disziplinierte Zeichnungspolitik sowie risikoadäquate Preise und Konditionen für uns unverzichtbar, um die langfristige Verfügbarkeit und Tragfähigkeit des Rückversicherungsschutzes sicherzustellen.
Vor allem in der Schadenversicherung halten Inflations- und Kostensteigerungen an. Gleichzeitig führen neue und komplexere Risikofelder, etwa im Cyberbereich, zu steigenden Anforderungen an das Risikomanagement. Hinzu kommen neue Chancen und Risikopotenziale durch die fortschreitende Digitalisierung sowie den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz, deren Auswirkungen auf Haftungs-, Cyber- und Betriebsrisiken bislang noch nicht abschließend quantifizierbar sind. Wie sich diese Entwicklungen auf die einzelnen Geschäftsfelder auswirken, zeigt sich unterschiedlich in den jeweiligen Marktsegmenten.
„Wir sehen einen Markt, der insgesamt gut aufgestellt ist. Einige Kunden nutzen ihre verbesserte Ergebnislage, um Rückversicherung gezielt einzusetzen“, sagte Steinmann. „Gerade in diesem Umfeld bleibt Rückversicherung ein zentrales Instrument, um Volatilität zu reduzieren, Wachstum zu ermöglichen und finanzielle Stabilität zu sichern. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir dafür nachhaltige Lösungen und bieten Planungssicherheit über den gesamten Zyklus hinweg.“
Die deutsche Kraftfahrtversicherung, die volumenmäßig größte Sparte der Schaden- und Unfallversicherung, hat sich weitgehend stabilisiert. Die Tarifanpassungen der vergangenen Jahre zeigen Wirkung. Die technischen Ergebnisse bewegen sich wieder auf einem knapp positiven Niveau und die Profitabilität verbessert sich spürbar. Die Entwicklung bleibt jedoch aus Sicht der E+S Rück fragil. Ersatzteil- und Reparaturkosten steigen weiterhin deutlich stärker als die allgemeine Inflation und bleiben damit die wichtigsten Treiber der Schadeninflation im Kraftfahrtmarkt.
Im Naturkatastrophengeschäft sind die Programme vieler Kunden inzwischen risikogerecht bepreist, so die Beobachtung der E+S Rück. Gleichzeitig führt zusätzliche Kapazität zu einem intensiveren Wettbewerb und erhöht den Druck auf Preise und Konditionen. Die zuletzt erhöhten Belastungen aus Hagelereignissen in der Schweiz, Süddeutschland, Norditalien und den angrenzenden Alpenregionen zeigen, dass die zugrunde liegenden Risiken unverändert hoch bleiben. Für die kommenden Erneuerungen bleiben daher die individuelle Schadenentwicklung, die Qualität der Programme sowie risikoadäquate Preise und Konditionen für die E+S Rück die entscheidenden Faktoren.
Im Industrie- und Gewerbegeschäft führen, nach zuletzt guten Ergebnissen, zusätzliche Kapazitäten, insbesondere im industriellen Feuergeschäft, zu einem intensiveren Wettbewerb. Entsprechend geraten aus Sicht der E+S Rück Preise und Konditionen in Teilen der Industrieversicherung unter Druck.
Die Spezialsparten Transport und Luftfahrt sind von geopolitischen Unsicherheiten, der weltweiten Schadenentwicklung sowie einem Überangebot an Kapazitäten beeinflusst. Die Vertragsbedingungen bleiben stabil, so die Erwartung der E+S Rück. Für eine risikogerechte Preisgestaltung sind nach Meinung des Unternehmens die Portfolioqualität und die Geschäftsentwicklung der einzelnen Kunden entscheidend, wobei Rentabilität und ganzheitliche Kundenbeziehungen weiterhin im Mittelpunkt stehen.
In der Cyberversicherung nimmt die wirtschaftliche Abhängigkeit von digitalen Infrastrukturen und IT-Systemen derzeit schneller zu als die für Risikodeckung angebotenen Kapazitäten. Gleichzeitig beobachten wir, dass die Ergebnisse vieler Marktteilnehmer aufgrund des intensiven Wettbewerbs und gestiegener Kapitalkosten unter Druck stehen.
Katastrophenanleihen und andere Kapitalmarktlösungen erweitern die Kapazitäten
Angesichts zunehmender Risiken durch Naturkatastrophen, den Folgen des Klimawandels, steigender Konzentration von Werten und nach wie vor bestehenden Deckungslücken gewinnen alternative Lösungen des Risikotransfers weiter an Bedeutung. Insurance-Linked Securities (ILS) ergänzen die klassische Rückversicherung um zusätzliche Kapitalmarktkapazitäten. Gemeinsam mit der Hannover Rück bietet die E+S Rück für ihre Kunden Zugang zu ILS-Lösungen.